In EcoNova haben die Bäuer:innen umgesattelt: Sie bauen Gemüse und Getreide für unsere Nahrung an und bieten Baumwolle und Hanf als Alternative zu tierischen Stoffen wie Schafswolle, Daunen oder Leder. Vieles muss neu gelernt werden, bei einem Klima jenseits der 1,5 Grad-Grenze gelten andere Regeln und neben der richtigen Fruchtfolge und effizienten tierfreien Bodenbearbeitung ist der Schutz vor Dürrezeiten genauso wichtig wie der vor plötzlichen Wassermassen. Es gibt kein Zurück, wir passen uns dem geschaffenen Klima bestmöglich an. Baumgruppen und Sträucher wachsen auf unseren Anbauflächen, sie speichern Wasser, spenden Schatten und bieten Lebensraum.
Unser Essen ist wertvoller geworden, teurer – Landwirt:innen haben dementsprechend an Ansehen und Bedeutung gewonnen. Durch den Wegfall der Tierausbeutung wollen viel mehr junge Menschen nun in diesem Themenfeld arbeiten. Viele Start-Ups gehen an den Markt, Gemeinschaftsfelder und -gärten werden gegründet.
Auf dem Land ist es verhältnismäßig einfach Gemüse und Getreide anzubauen – der Platz ist da und durch den Wegfall der ausbeutenden Tierhaltung wurde über die Hälfte der Nutzflächen frei.
In den Städten möchten die Menschen allerdings nicht ständig abhängig sein von Lieferungen. So wurden ganzjährig zu beerntende Indoor-Farmen gebaut. Mittels Hydroponic oder einfach im vertikalen Anbau werden so Salate, Gemüse und Kräuter für den täglichen Bedarf auf kleiner Fläche gezogen. Dies kann privat passieren, oder aber man nutzt ganze Betriebe der vormaligen Fleischindustrie um.
Auch lassen sich Basisgemüse für die Herstellung von Fleischersatzprodukten gut mittels des Indoorfarmings anbauen, wie bsplw. Erbsen.
Große Teile des Wirtschaftswaldes sind bereits dem Klimawandel zum Opfer gefallen. Auf den so entstandenen Kalamitätsflächen kämpft sich eine resiliente Naturverjüngung ihren Weg nach oben. Noch konkurrieren Birken und Ahornbäume mit allerlei Beerenbüschen um die Ressourcen. Durch das Ende der landwirtschaftlichen Tierhaltung sind viele Weideflächen und auch Anbauflächen frei geworden. Auf diesen wird nun aktiv aufgeforstet, um so zukünftig die wertvollen und überlebenswichtigen Ökosystemleistungen intakter Wälder zu erhalten – Kühlung, CO2-Speicherung und auch Wasserdepot. Nach vielen – oft rein wirtschaftlich ausgerichtet – geführten Diskussionen, entschied man sich für die regional ansässigen Baumarten. Keine exotischen Wagnisse und hoch gepriesenen Wunderbäume – wo mensch gegen die Natur gearbeitet hat, ist in der Vergangenheit auch nichts Gutes bei rumgekommen!
Begradigte Flüsse, trockene Sümpfe, endlose versiegelte Flächen… all das ändert sich in EcoNova. Wir geben zurück, was wir so grausig verschlimmbessert haben. Viele Wälder werden nicht mehr bewirtschaftet, Grünflächen nicht mehr durch tonnenschwere Trecker verdichtet oder mit Mengen von Nitrat vergiftet, überall verwandeln sich Parkflächen und Straßen in grüne Bereiche, die Städte und Gemeinden lebendiger und gesünder machen. Wasser kann wieder versickern, Tiere finden Nahrung und Lebensraum – die Menschen erhalten Kühlung, frische Luft und Erholung.
All diese Veränderung benötigt Arbeitskraft – es ist viel zu tun in EcoNova und da wo Berufe und Arbeitsstellen wegfallen, finden sich an anderer Stelle neue.
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