Ferien auf dem Bauernhof, sich im Park „mit der Natur connecten“ oder im Starkregenereignis tanzen…
Wir verklären so gut wie alles, was nicht asphaltiert ist als Natur – sind Naturburschen und -mädels, wenn wir in unseren RevolutionRace-Komplettsets auf planierten Forstwegen wandeln.
BULLSHIT! Wir leben in einer Kulturlandschaft, die von Land- und Forstwirtschaft geprägt, eine reine Nutzfläche für die menschlichen Bedürfnisse geworden ist. Der Boden wird mit Dünger zum „Funktionieren“ überredet, Herbizide und Pestizide schaffen uns unliebsame Störenfriede vom Acker.
Trotzdem posten wir uns dumm und dämlich an Inhalten, wo wir in irgendeinem städtischen Park oder einem gespritzten Acker die Seele baumeln lassen. Wir haben uns die Welt bereits zu unseren Bedingungen geformt und verändert. So stark, dass sie leidet und unsere Mitlebewesen sich mit und mit von ihr verabschieden.
Durch dieses katastrophale Missverständnis ist auch der Konsens darüber, was nun schützenswert ist – was überhaupt Naturschutz bedeutet – verschoben. In einem von alternativen Fakten verdorbenen Verständnis, soll die „Grüne Branche“ gestärkt werden, Windkraftanlagen sind der Feind und Atomenergie die saubere Zukunftstechnologie. Forstämter designen den Wald der Zukunft und nennen das Klimaschutz, Jäger:innen ballern vor lauter Tierschutz die Tiere aus Wald und Feld und Elon Musk ist das Megamind der Energiewende.
Natur braucht uns nicht. Sie wird bestehen, auch wenn wir alle schon längst an den Folgen unserer eigenen Gifte und Fehler krepiert sind. Sie wird sich verändern und den neuen Bedingungen anpassen. Wenn wir die Natur lieben, die wir kennen, gilt es sie in Ruhe zu lassen, nicht immer weiter alle relevanten Faktoren zu ändern durch unseren unstillbaren Konsum, die Kriegstreiberei, die unaufhörliche Ausbeutung für Macht und Geld.