Jagd ist kein Hobby – Jagd ist das staatlich legitimierte Töten von Wildtieren
Stell dir vor, jemand läuft mit einer geladenen Waffe durch den Wald, zielt auf fühlende Wesen – und drückt ab. Nicht, weil er hungert. Nicht, weil es ums Überleben geht. Sondern weil es ihm Spaß macht. Willkommen in der deutschen Realität der „Hobbyjagd“.
Über 4,2 Millionen Wildtiere wurden allein im Jagdjahr 2023/24 abgeknallt. Von Menschen, die sich mit Tarnkleidung, Nachtsichtgeräten und Hightech-Gewehren ausstatten – und das als natürliche Regulierung verkaufen. Was daran natürlich sein soll, bleibt ihr blutiges Geheimnis.
Laut Statista gibt es aktuell rund 460.000 Jäger:innen in Deutschland. Das sind nicht etwa Förster:innen oder Artenschützende, sondern ganz normale Privatpersonen – mit Waffenschein. In Summe lagern laut Statista über 5,4 Millionen legale Schusswaffen in privaten Haushalten. Wie kann es sein, dass so viele Waffen im Besitz von Menschen sind, die sich regelmäßig mit Alkohol im Revier treffen, schießen – und anschließend mit blutigen „Erfolgsbildern“ prahlen? Ja, Alkoholkonsum bei der Jagd ist Realität. Das berichten nicht nur Anwohnende, Spaziergänger:innen und Wildtierfreund:innen – auch interne Foren bestätigen es.
Und dann das scheinheilige Märchen vom Tierschutz durch Jagd. Das ist blanker Zynismus. Wer Tiere schützt, jagt sie nicht. Punkt. Nachsuchen – also das „Aufspüren“ von angeschossenen, verletzten Tieren – zeigt hinzukommend das grausame Zugeständnis der absoluten Unfähigkeit: zerfetzte Körper, tagelange Qualen, verblutete Wildtiere im Unterholz.
Oder die Baujagd, bei der Jagdhunde in die engen, dunklen Bauten von Füchsen oder Dachsen gezwungen werden – ein brutaler Kampf auf Leben und Tod, der nichts mit Naturverbundenheit zu tun hat, sondern nur mit Machtdemonstration und Sadismus.
Und dann gibt es sie: die „veganen Jäger:innen“. Menschen, die behaupten, Tierleid zu vermeiden – während sie mit Zielfernrohr ein fühlendes Lebewesen töten. Das ist keine Philosophie, das ist eine PR-Kampagne zur Gewissensberuhigung.
Die Wildtierlobby spricht von Bestandsregulierung – dabei ist es die Jagd selbst, die für unnatürlich hohe Bestände von Wildschweinen, Füchsen und Co. sorgt. Wer schießt, sorgt für mehr Nachwuchs. Wer jagt, destabilisiert soziale Gefüge. Wer tötet, spielt Gott(!?) – und macht dabei alles schlimmer.
Deutschland zählt über 21 Millionen Schweine, 10 Millionen Rinder und mehr als 190 Millionen Hühner in der Nutztierhaltung – und trotzdem glauben einige, sie müssten Wildtiere „regulieren“.
Wir sagen: NEIN!
Wir sagen: Schluss mit der Hobbyjagd!
Wir sagen: Wälder sind keine Schießbuden.
Wir stehen an der Seite von Organisationen wie:
Diese Gruppen kämpfen jeden Tag gegen die Jagd-Lobby, gegen die staatlich legitimierte Gewalt und für ein friedliches Miteinander mit Wildtieren.
Es reicht.
Für ein Ende der Jagd als Freizeitbeschäftigung.
Für echte Bildung über Wildtiere – und keine Verklärung ihrer „Nutzbarkeit“.
Für ein Umdenken in der Politik.
Denn wer behauptet, Tiere zu lieben – und sie gleichzeitig jagt –, hat nicht verstanden, was Leben bedeutet.
Quellen:
- PETA Deutschland: Jagd
- Aktionsbündnis zur Abschaffung der Jagd
- HuntWatcher
- ProFuchs Deutschland
- Statista: Jäger:innen und Waffenbesitz in Deutschland
- DJV: Jagdstrecke 2023/24
Für die Füchse, die Rehe, die Wildschweine. Für ein Ende des Tötens.
Für eine neue, friedliche Beziehung zur Natur.
NOCH EIN KLEINER FIESER EXKURS...
Die Jägersprache ist ein perfides Instrument, das dazu dient, psychische Distanz zum Töten aufzubauen. Denn wer von „erlegen“ spricht, meint in Wahrheit: erschießen. Wer davon redet, ein Tier „abzutun“, meint: gezielt töten. Der Tod wird zur romantischen Geste stilisiert. Das ist keine Kultur – das ist kognitives Wegwischen von Leid.
Hier ein paar besonders absurde – und erschreckende – Beispiele:
„Verblasen“: Gemeint ist die musikalische Ehrung nach dem Töten – ein toter Körper wird mit Jagdhornklängen „geehrt“. Absurder geht’s kaum.
„Krellschuss“: Ein Schuss, der das Rückgrat trifft. Das Tier ist gelähmt, kann sich nicht bewegen – aber ist bei vollem Bewusstsein.
„Waidwund“: Der Bauch des Tieres wurde getroffen – der Magen-Darm-Trakt ist zerstört. Das Tier stirbt oft über Stunden hinweg qualvoll, während der Jäger auf die „Nachsuche“ geht.
„Schweiß“: Ist in dieser Welt kein Sportbegriff – sondern das verharmlosende Wort für Blut.
Die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Die Jägersprache ist ein Schutzschild – für das Gewissen derer, die abdrücken. Wer sein Handeln in blumige Begriffe kleidet, muss sich nicht mit der Realität konfrontieren: mit Schmerz, mit Tod, mit Schuld.